10 Goldsparpläne im Kosten-Vergleich: Wer ist der Testsieger?

Von Redaktion – aktualisiert am 15.01.2025

In den letzten 20 Jahren erzielte Gold eine durchschnittliche Rendite von 8,3 % pro Jahr und übertraf damit sogar den globalen Aktienmarkt[1]. Während die Feinunze Gold am 1. November 2004 noch für 335,77 Euro zu haben war, wurden am 1. November 2024 bereits 2.530,86 Euro aufgerufen. Mit einem Goldsparplan kann man bereits mit kleinen Beträgen an diesen Chancen partizipieren – ohne sich um die physische Lagerung des Edelmetalls kümmern zu müssen. Auch der Verkauf ist unkompliziert: Er erfolgt online, ohne den Gang zum Goldhändler, zum aktuellen Tageskurs. Doch diese Flexibilität gibt es nicht geschenkt – wir haben die größten Anbieter von Goldsparplänen hinsichtlich ihrer Kosten analysiert und verglichen.

Die Kosten der bekanntesten Sparpläne im Überblick

Was genau ist ein Goldsparplan?

Ein Goldsparplan ist ein Finanzplan, bei dem Sie regelmäßig in den Sachwert Gold investieren. Sie können über kontinuierliche Einzahlungen Stück für Stück ein Golddepot aufbauen, das in der Regel eine stabile und krisensichere Wertanlage darstellt.

Sie zahlen jeden Monat Ihren Wunschbetrag in den Sparplan ein. Der Anbieter erwirbt mit Ihrer Sparrate Anteile an Goldbarren oder Goldmünzen. Je nach aktuellem Goldpreis variiert die Menge des Goldes, die monatlich in Ihrem Depot hinzugefügt wird. Das Gold wird beim Edelmetallhändler gelagert, weshalb man umgangssprachlich auch von Tresorgold spricht.

Der Verkauf des Goldes erfolgt in der Regel ebenfalls über den gewählten Anbieter. Darüber hinaus haben Sie auch die Möglichkeit, sich Ihre ersparten Goldbarren oder Münzen physisch ausliefern zu lassen.

Wenn Sie eine Auslieferung von Barren oder Münzen wünschen, fallen zusätzliche Transport- und Bearbeitungskosten an. Deshalb kommt es eher selten vor, dass sich Kunden ihr Gold zusenden lassen.

Wie funktioniert ein Goldsparplan im Detail?

Zentral ist die monatliche, automatische Einzahlung per Lastschriftmandat oder Dauerauftrag. Denn nur so können Sie sich zurücklehnen und sicherstellen, dass Sie kontinuierlich sparen, ohne daran denken und weitere Anlageentscheidungen treffen zu müssen. Der Betrag muss dabei gar nicht besonders hoch sein und trotzdem erlangt man einen substantiellen Goldbestand im Laufe der Zeit. Viele Anbieter schreiben allerdings einen Mindestbetrag von 50 Euro pro Monat vor – eine Obergrenze wiederum gibt es häufig nicht. Außerdem entscheiden Sie, auf welches Goldprodukt Sie hinarbeiten, entweder Münzen oder Goldbarren.

Sie haben einen Bonus von Ihrem Arbeitgeber oder eine Steuererstattung erhalten? Bei vielen Anbietern können Sie auch ergänzende Sonderzahlungen vornehmen, um Ihr Goldziel noch schneller zu erreichen.

Achten Sie auf auslieferbares Anlagegold

Wichtig ist, dass es sich bei dem Gold, das Sie erwerben, um von der LMBA zertifiziertes Anlagegold handelt, das vom Anbieter auch an Sie ausgeliefert werden kann – denn nur in diesem Fall können Sie von allen Steuervorteilen profitieren[2]. Zudem ist nur Anlagegold wertbeständig und weltweit uneingeschränkt handelbar, da es strengen einheitlichen Standards unterliegt.

Die London Bullion Market Association (LBMA) ist eine der bedeutendsten Institutionen der edelmetallverarbeitenden Industrie weltweit. Sie vergibt ihre Zertifizierung nur an vertrauenswürdige und professionelle Akteure, die sich den strengen Anforderungen der Institution unterwerfen. Für Sie ist das Siegel der LBMA der Nachweis, dass Sie Gold der höchsten Reinheit erwerben[3].

Von Anlagegold spricht man, wenn der Feingoldgehalt bei Barren mindestens 995/1000 und bei Münzen mindestens 900/1000 beträgt. Die meisten Produkte verfügen sogar über einen noch höheren Feingoldgehalt von 999/1000 oder mehr. Beim Ankauf von Anlagegold entfällt die Mehrwertsteuer. Noch besser: Wenn Sie Ihr Anlagegold nach einer Mindesthaltefrist von einem Jahr verkaufen, ist das sogar steuerfrei möglich. Verkaufen Sie Ihre Münzen oder Barren allerdings vor Ablauf der sogenannten Spekulationsfrist, wird der Gewinn als privates Veräußerungsgeschäft betrachtet und mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert[4].

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Welche Gebührenarten gibt es bei einem Goldsparplan?

Bei einem Goldsparplan fallen in der Regel drei Arten von Gebühren an, da die Anbieter selbstverständlich auch etwas verdienen müssen:

  1. Zu Beginn: Beim Kauf wird ein Aufschlag auf den aktuellen Goldpreis berechnet. Dieser Aufschlag gilt für jede eingezahlte Sparrate und kann je nach Anbieter unterschiedlich hoch sein.
  2. Laufend: Während der Laufzeit fallen Lagergebühren an, die meist prozentual vom Depotwert berechnet werden. Einige Anbieter verlangen jedoch feste Mindestbeträge. Wichtig ist, in welchem Intervall die Gebühren abgerechnet werden: Kürzere Intervalle (z. B. monatlich oder quartalsweise) sind oft vorteilhafter, da bei jährlicher Abrechnung selbst für kürzlich getätigte Einzahlungen die vollen Jahreskosten anfallen.
  3. Am Ende: Beim Verkauf wird ein Abschlag auf den aktuellen Goldpreis fällig. Faktisch wird der Kurs herabgesetzt und so verringert sich der Ertrag entsprechend.

Ein genauer Vergleich der Gebührenstrukturen hilft, die Kosten im Blick zu behalten und die passende Option zu finden. Nutzen Sie hierfür einfach unseren Goldsparplan-Rechner, um die durchschnittlichen jährlichen Kosten abhängig von der gewählten Laufzeit und Ihrer präferierten monatlichen Sparrate zu berechnen.

Warum wir nicht alle Goldsparpläne in den Vergleich aufgenommen haben

Einige Anbieter wurden bewusst nicht in unseren Kostenvergleich einbezogen, da ihre Modelle sich entweder grundlegend von klassischen Goldsparplänen unterscheiden oder sie nicht die notwendige Transparenz in Bezug auf Kostenstrukturen bieten. So gibt es bei der Sparkasse Pforzheim Calw beispielsweise lediglich einen Anspruch auf die Auslieferung von Gold, ohne dass dieses zu 100 % hinterlegt wird oder tatsächlich Eigentum des Sparers wird. Die Reisebank hingegen wirbt mit günstigen Lagergebühren von nur 0,0375 % pro Quartal (mindestens 4,90 €), legt jedoch weder die Aufschläge beim Kauf noch die Abschläge beim Verkauf des Goldes offen[5].

Goldsparpläne als Alternative zum Barren- oder Münzenkauf

Goldsparpläne bieten mehrere Vorteile, die sie zu einer interessanten Alternative zum direkten physischen Goldkauf machen. Sie ermöglichen regelmäßige Investitionen, da Sie monatlich einen festen Betrag einzahlen, was den Vermögensaufbau erleichtert. Neben der Bequemlichkeit profitieren Sie beim kontinuierlichen Ankauf auch vom sogenannten Cost-Average-Effekt. Da Sie über die Zeit zu unterschiedlichen Kursen Gold erwerben, profitieren Sie vom Durchschnittskosteneffekt und gleichen so Kursschwankungen aus. Langfristig gesehen kaufen Sie auf diese Weise kosteneffizienter.

Das Edelmetall zählt als wertbeständige Anlage, die insbesondere Schutz vor Inflation bietet. Ein weiterer Pluspunkt ist die Einfachheit: Bei einem Goldsparplan müssen Sie sich nicht um die Verwahrung des Goldes kümmern. Sie können den Plan unkompliziert und schnell einrichten und sind mit einem Sparplan deutlich flexibler in Bezug auf Ihre Liquidität.

Risiko- und Sicherheitsmanagement bei Goldsparplänen

Ein zentraler Punkt bei der Auswahl eines Goldsparplans sind die Themen Sicherheit und Kosten. Da es sich um eine langfristige Investition handelt, ist es wichtig, die Konditionen der Goldanlage sorgfältig zu prüfen.

  • Qualität und Lieferbarkeit:Grundsätzlich sollten Sie auf die Qualität des Goldes achten ("LMBA zertifiziertes Anlagegold") und darauf, dass Sie es sich auch ausliefern lassen können.
  • Sicherheit und Versicherung: Achten Sie darauf, wie der Anbieter Ihr Gold lagert. Greifen hierbei höchste Sicherheitsstandards? Wird das Gold in Deutschland aufbewahrt? Gibt es einen zusätzlichen Versicherungsschutz?
  • Kosten und Gebühren: Berücksichtigen Sie alle zusätzlichen Kosten oder Gebühren, wie beispielsweise Lagerkosten.
  • Flexibilität: Wenn Sie Wert auf flexible Liquidität legen, müssen Sie wissen, ob Sie Ihren Sparplan jederzeit anpassen, pausieren oder canceln können.

Achten Sie auf Sekundärgold!

Goldinteressierte, denen auch die ethische einwandfreie und nachhaltige Herkunft Ihrer Wertanlage am Herzen liegt, sollten unbedingt auf Sekundärgold achten. Dabei handelt es sich um recyceltes Gold, das aus Altschmuck, Produktionsrückständen und Dentalmaterial gewonnen wird. Negative Aspekte wie Landverbrauch, Abholzung, ungeregelter Chemikalienverbrauch, Kinderarbeit und Menschenrechtsverletzungen können bei dieser Goldart somit ausgeschlossen werden.

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Quellenangaben

  1. Fomo Finance: Renditedreieck Gold
  2. Kühn, M., Kühn, S. (2023). Handbuch Geldanlage. Berlin: Stiftung Warentest. S. 355
  3. LBMA: LBMA Rules for Members
  4. Bundesministerium der Justiz: EStG § 23
  5. Stiftung Warentest, Finanztest 03/2020, S. 40f.